Das eigene Krebsrisiko aktiv senken – wir helfen dabei

Mit dem Rauchen aufhören, sich regelmässig bewegen, ausgewogen ernähren, sich vor der Sonne schützen – es gibt viele Faktoren, die das Krebsrisiko senken. Rund 40 Prozent der Krebserkrankungen könnten durch Vorsorge vermieden werden. Es gibt aber auch erbliche Faktoren – hier gilt es, die Früherkennung voranzutreiben. Die Krebsliga Zürich hat 2024 in diesem Zusammenhang über das erbliche Risiko und die Selbsthilfe bei Eierstockkrebs aufgeklärt. Und sie engagierte sich erneut stark in der Tabakprävention und beim Sonnenschutz.

Auch Snus und E-Zigaretten können krebserregend sein

Wir gratulieren: Im Rahmen der Rauchstoppkurse der Krebsliga Zürich haben knapp 70% der Teilnehmenden mit dem Rauchen aufgehört. Insgesamt wurden sieben Kurse durchgeführt, erstmalig fand auch ein Kurs in Wetzikon statt.

Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, massiv: Ab dem Rauchstopp sinkt es kontinuierlich, halbiert sich nach 5 bis 10 Jahren und nähert sich nach 15 bis 20 Jahren demjenigen von Menschen an, die nie geraucht haben. Neu begrüssen wir in den Rauchstoppkursen häufiger Personen, die E-Zigaretten oder Snus konsumieren oder eins von beidem mit Zigaretten kombinieren (sogenannter Dual-Use). Der Konsum von Snus kann mit verschiedenen  Krebsarten wie bei beispielsweise Rachenkrebs in Verbindung stehen. Die langfristigen Auswirkungen von E-Zigaretten sind derzeit noch nicht abschliessend erforscht. Klar ist aber: Einige der beim Dampfen entstehenden Stoffe gelten bereits heute als potenziell krebserregend. 

Monika Burkhalter

Leiterin Prävention & Früherkennung

Sich und die Kinder vor UV-Strahlen schützen

In der Schweiz erkranken pro Jahr 3300 Personen neu an schwarzem Hautkrebs. Er ist damit die vierthäufigste Krebsart in der Schweiz. Noch häufiger ist der sogenannte weisse Hautkrebs, der mit geschätzten 25 000 Fällen pro Jahr auftritt. Da er aber seltener lebensbedrohlich ist, wird er in der Krebsstatistik nicht systematisch erfasst. Beide Formen haben jedoch eines gemeinsam: Sie lassen sich durch konsequenten Sonnenschutz oft vermeiden. Um dieses Bewusstsein zu stärken, fand im Mai erstmals eine schweizweite Aktivitätenwoche der Krebsliga statt. Alle Krebsligen klärten gleichzeitig zum Thema Sonnenschutz auf. Zentrale Botschaft war, dass man sich mit Schatten, Kleider, Sonnencreme und Solariumverzicht sehr effektiv vor UV-Strahlen schützen kann.

Kinderhaut ist besonders sensibel. Deshalb verteilten wir 2024 erneut Sonnensegel an Kinderkrippen. Die 20 belieferten Krippen im Kanton Zürich erhielten ausserdem Sonnenhüte mit Nackenschutz sowie das Bilderbuch «Das Haus im Schatten». Es bildet die Basis verschiedener Unterrichtsmaterialien der Krebsliga für Kinder von vier bis acht Jahren. 

Jedes Jahr wichtig: die Top 3 der Sonnenschutztipps

1. Schatten: zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleiben

2. Kleider: Hut, Sonnenbrille und Kleider tragen

3. Sonnencreme: Sonnenschutzmittel dick und regelmässig auftragen

«Ja nicht rot werden» – ab 2025 neu in Kooperation mit der ZHAW

Auch die Sensibilisierung von jungen Erwachsenen stand 2024 auf dem Programm. So waren wir im Rahmen der Sonnenschutzkampagne «Ja nicht rot werden» während elf Tagen an Berufsschulen im Kanton Zürich unterwegs. Es nahmen 93 Schulklassen teil. Insgesamt haben wir 650 Strohhüte und 1800 Sonnencremen verteilt. Neu werden uns ab 2025 Studierende des Bachelorstudiengangs «Gesundheitsförderung und Prävention» der ZHAW als Botschafterinnen und Botschafter unterstützen.

Dem aggressiven Eierstockkrebs etwas entgegenhalten

Am 6. Mai 2024 fand im Begegnungszentrum «Wäldli» in Zürich der mit 35 Personen gut besuchte Vortragsabend «Eierstockkrebs: erbliches Risiko und Selbsthilfe» in Zusammenarbeit mit der Manja Gideon Stiftung statt. Im ersten Teil klärte Dr. med. Michael Rabner, Facharzt FMH Gynäkologie und Geburtshilfe, über Symptome des Eierstockkrebses, die Rolle von Genmutationen sowie genetische Beratung auf. Seine Empfehlung ist, sich in der nahen Verwandtschaft kundig zu machen über Häufungen von Krebs. Denn das wäre ein Indiz für das eigene Risiko, dem man dann frühzeitig begegnen kann. Im zweiten Teil sprach Janna Ulrich, Vertreterin der BRCA-Gruppe Zürich, über «Selbsthilfe als Quelle der Kraft: Warum der offene Austausch hilft».BRCA ist eine erblich bedingte Genveränderung, die zu einem erhöhten Brust- und Eierstockkrebsrisiko führt. Die BRCA-Gruppe Zürich ist schweizweit die einzige ihrer Art und ermöglicht den Austausch auch über Fragen, die man einem Arzt vielleicht nicht stellen würde.

Angebote Prävention & Früherkennung

Die Krebsliga Zürich engagiert sich in der Prävention und Früherkennung von Krebs. Mit zielgerichteter Präventionsarbeit und buchbaren Angeboten informieren und unterstützen wir die Bevölkerung dabei, gesund zu leben und gesund zu bleiben.

Erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten in der Prävention & Früherkennung.